Radiologie & Nuklearmedizin Sudenburg

Kernspintomographie/ Magnetresonanztomographie (MRT)

Auf diesen Seiten finden Sie eine Zusammenfassung aller wichtigen Daten und Informationen zu den Themen Magnetismus, MRT und Offenes MRT.

Offen oder geschlossen?

Offene und tunnelförmige Magnete unterscheiden sich offensichtlich durch ihre Bauart. Die Entwicklung und technische Realisierung offener Magnetsysteme im Hochfeldbereich ist noch nicht so alt. Anstelle einer tunnelartigen Bohrung in einem Magneten, verfügen offene System über zwei Polschuhe, d.h. zwei Magnetfelder, die in einer besonderen Weise angeordnet sind, um das erforderliche homogene Magnetfeld zu erzeugen, in dem der Mensch untersucht werden kann.

Vorweg

In keinem der Geräte kann Ihnen etwas passieren, das Magnetfeld ist in der angewandten Form und Stärke für den menschlichen Organismus völlig bedenkenlos. Darin unterscheiden sich die beiden Systeme nicht.

Aber

Viele unserer Patienten haben mehr oder weniger Probleme in der engen Röhre ruhig und entspannt zu liegen. Auch wenn man weiß, dass die Untersuchung absolut ungefährlich ist, kann es einem ungemütlich werden. Einige unserer Patienten wissen schon von anderen Gelegenheiten, dass sie unter Platzangst (Klaustrophobie) leiden. Ein gar nicht so seltenes Problem in ganz unterschiedlicher Ausprägung.

Da die einzelnen Messungen einige Minuten in Anspruch nehmen, eine ganze Untersuchung der Lendenwirbelsäule ca. 15 Minuten, kann die Zeit ganz schön lang werden. Und leider sieht die technische Assistentin am Gerät erst an den fertigen Bildern, ob der unglückliche Mensch in der Röhre gewackelt hat, oder nicht.

Da hat der Offene MRT ganz entschieden seine Vorteile. Die Empfindung des Eingeschlossen sein ist weniger stark, die Lagerung in der Maschine kann variiert werden. Die Möglichkeit nach draußen zu sehen, besteht in gewissem Maß. Auch die Patienten, die etwas mehr Körpergewicht mitbringen, wissen dass Sie oft in den tunnelförmigen Magneten gar nicht untersucht werden können. Nicht zu letzt besteht mit der neuen Technik auch die Möglichkeit, Bewegungsuntersuchungen von Gelenken oder auch der Wirbelsäule anzufertigen.

Wie wird der Mensch magnetisch?

Er ist es schon – wir haben nur überhaupt keinen Sinn dafür

mrtDer Mensch bewegt sich ständig unter dem Einfluss des Erdmagnetfeldes. Ohne diese Kraft wäre das Leben auf unserem Planeten gar nicht denkbar. Magnetismus ist eine uralte Erfahrung des Menschen, die in zahllosen Erfindungen ihren Einzug gehalten hat. Der menschliche Organismus besteht aus einer Vielzahl von Molekülen, die aus Atomen zusammengesetzt sind. 2/3 der Atome habe aufgrund ihres Aufbaues ein winziges magnetisches Moment, vergleichbar mit einem Stabmagneten mit einem Nord- und einem Südpol. In der Medizin wird im Wesentlichen der Wasserstoff zur Bildgebung verwendet, der im menschlichen Körper prozentual überwiegend vertreten ist. Verschiedene Organstrukturen enthalten Wasserstoff in unterschiedlicher Menge. Da die Anordnung der Atome im Molekülverband chaotisch erscheint, ist von außen ein Magnet-Bild des Menschen so einfach nicht zu "erlauschen".

Im MRT wird der Organismus zunächst in den Einfluss eines starken äußeren Magnetfeldes gebracht. Da wir, wie erwähnt, hier für kein Sinnesorgan besitzen, bleibt die Tatsache, sich in einem Magnetfeld aufzuhalten, für den Menschen nicht erfahrbar. Durch das äußere Magnetfeld wird den Wasserstoffatomen, als winzige Stabmagneten, eine gewisse äußere Ordnung aufgezwungen, eine Grundvorrausetzung, um im Weiteren ein Bild vom Organismus zu erhalten.

mrtAllein dadurch dass die Atome teilweise geordnet wurden, ist aber noch kein Bild möglich. Erst muss noch bei einer ganz bestimmten Frequenz ein Energieimpuls in das Gewebe gegeben werden. Ein Teil der Atome wird dadurch kurzfristig auf ein höheres Energieniveau gehoben. Der Impuls von außen endet und die an- und aufgeregten Atome fallen wieder in den Ruhezustand zurück – dabei werden sie belauscht. Je mehr Atome in der Probe waren, desto mehr Signal ist zu erlauschen, je nach Sequenz wird das Bild heller oder dunkler. Von der ganzen atomaren Aufregung bemerkt der Mensch ...gar nichts!

Der magnetisierte Mensch wird durchsichtig

mrtNachdem die hüpfenden, aufgeregten Protonen ihr Signal abgegeben haben, wird aus dieser Information durch eine Rechenoperation aus einem bildlosen Signalgemenge (der sogenannte k-Raum) ein zwei- oder dreidimensionales Bild des menschlichen Körpers errechnet.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten die Protonen anzuregen und es ist entscheidend, zu welchem Zeitpunkt das Echo, das heißt die Information aus dem Gewebe herausgelesen wird. Im Wesentlichen hängt der Bildkontrast ab von der Protonendichte, von der T1- und der T2-Zeit eines Gewebes.

Diese speziellen Gewebecharakteristika können mit unterschiedlichen Messparametern herausgelesen und dargestellt werden. Darin liegt der große Vorteil der MRT gegenüber anderen Verfahren, dass unterschiedliche Weichteilgewebe mit teilweise deutlich unterschiedlichen Kontrasten von einander unterschieden werden können.

Vom Bild zur Diagnose

Nach vielen Jahrzehnten der angewandten Kernspintomographie existiert ein großer Erfahrungsschatz, wie MR-Bilder zu bewerten sind.

mrtWie sich gesunde und kranke Organstrukturen unterscheiden, wie man auch kleine Veränderungen erkennt und dem Patienten oder überweisenden Arzt die Informationen an die Hand gibt, um eine Therapie einzuleiten.

Wichtigster Informant ist immer der Patient, der eine ganz spezielle Leidensgeschichte berichtet. Der überweisende Arzt hat aufgrund der Anamnese schon eine ganz spezielle Fragestellung an den Radiologen.

Sollte man nicht tun

Sie erhalten vor der Untersuchung einen Fragebogen. Wir sind sehr neugierig, in ihrem Interesse. Wir wollen vor allem wissen, ob Sie einen Herzschrittmacher oder ein ähnliches elektronisches Implantat tragen — dann ist die MRT, auch das Offene System, leider nicht möglich.

Es besteht Lebensgefahr für Herzschrittmacherträger!
Auch aktuelle Herzschrittmacher, die für MRT Untersuchungen geeignet sind, werden von uns nicht untersucht, da wir keinen Kardiologen vor Ort haben, der die Programmierung des Gerätes übernehmen kann.

Andere elektronische oder metallische Implantate können in Ihrer Funktion gestört werden oder sich im Magnetfeld erwärmen. Das gilt auch für Piercings und großflächige Tatoos.

Viele implantierte Metallgegenstände sind dagegen gefahrlos für die Untersuchung. Dazu gehören Zahnimplantate und Gelenkersatz. Durch metallische Fremdkörper können allerdings Bildfehler auftreten, die die Beurteilung der Organstrukturen einschränken.

Wir bemühen uns in unserer Praxis im Gespräch mit dem Patienten weitere Details des Beschwerdebildes zu erfahren, weil uns das oftmals auf die richtige Fährte bringt.

Fehler vermeiden

mrtDie Kernspintomographie erbringt hochauflösende Schnittbilder des menschlichen Körpers. Es gibt allerdings Einiges dabei zu beachten:

  • Eine Vorsorge-Untersuchung des ganzen Körpers ist nicht möglich, obwohl sie gelegentlich empfohlen wird. Die mögliche Sicherheit bei einer ungezielten Vorsorge-Diagnostik ist enttäuschend gering.
  • Im Falle von Beschwerden kann mit der Kernspintomographie ein weites Spektrum von Diagnosen abgeklärt werden. Bei Rückenbeschwerden z.B. die Frage eines Bandscheibenvorfalls. Bei Kniebeschwerden kann ein Blick ins Knie den Meniskus und den Knorpel zeigen und mögliche Schädigungen darstellen.
  • Bei genauer Beachtung der Möglichkeiten und auch der Grenzen der MRT können dem Patienten und dem behandelnden Arzt viele hilfreiche Informationen mitgeteilt werden. Jede Untersuchung wird vom Radiologen beurteilt und nicht erst, wenn sie fertig gestellt ist, sondern immer, wenn spezielle Fragen an uns herangetragen werden. Dann werden spezielle Sequenzen durchgeführt, um die beste Diagnostik zu ermöglichen.

Kontrastmittel

Warum denn auch noch Kontrastmittel?

mrtAm Anfang der Kernspintomographie vor vielen Jahrzehnten stand die Hoffnung, nur mit der typischen Resonanz der Gewebe eine so genaue Analyse zu ermöglichen, dass nicht nur gesunde und kranke Gewebe differenziert werden können. Mann hoffte sogar in kranken Geweben eine genaue Spezifizierung zu ermöglichen. Liegt eine Entzündung vor? Welche Art von Krebserkrankung liegt vor?

Diese Hoffnungen haben sich nicht bewahrheitet. Aber in den Folgejahren wurden durch spezielle Kontrastmittel große Fortschritte in der Diagnostik erreicht.

Mit den modernen Kontrastmitteln können ähnliche Gewebe, Blutgefäße und krankhafte Veränderungen voneinander differenziert werden. Wir wollen deshalb auch vorab von Ihnen wissen, ob Sie schon einmal Kontrastmittel bekommen haben und ob Sie eine Allergie haben.

Allergische Reaktionen auf das MR-Kontrastmittel sind äußerst selten, kommen aber vor. Sollte es zu einer allergischen Reaktion kommen, sind wir darauf vorbereitet.

Im Gegensatz zu jodhaltigem Kontrastmittel, welches beim Röntgen und CT verwendet wird, ist eine Schilddrüsenerkrankung hier kein Problem. Auch fehlt beim MR-Kontrastmittel das intensive Wärmegefühl, welches Röntgen-Kontrastmittel hervorruft.

Das Kontrastmittel wird innerhalb von wenigen Stunden über die Nieren ausgeschieden, deshalb viel trinken. Wenn eine Nierenerkrankung vorliegt, sollten wir das vorab wissen.

Danach

Wenn Sie nun 15 Minuten ruhig im MRT gelegen haben, sind viele Bilder gemacht worden. Die werden von uns berechnet, analysiert und es wird ein Befundbericht erstellt.

Die Bilder werden für den überweisenden Arzt auf eine CD/DVD gebrannt und Ihnen mitgegeben oder nachgeschickt. Mit manchen Kollegen pflegen wir auch direkten Datenaustausch über gesicherte Netzwerkverbindungen.

Die überweisenden Kollegen haben selbstverständlich jederzeit die Möglichkeit der Kontaktaufnahme.

Bitte liegen Sie während der Untersuchung ganz ruhig und atmen Sie entspannt. Da das Magnetfeld ständig in Betrieb ist, können magnetische Gegenstände angezogen werden. Legen Sie diese deshalb vor der Untersuchung in der Umkleidekabine ab. Elektronische Geräte und Scheckkarten können Schaden nehmen, bitte niemals mit in den Kernspintomographen nehmen.

Operationen an Herz und Blutgefäßen, sowie Metallimplantate müssen vorher bekanntgegeben werden. Wir entscheiden dann im Einzelfall, ob die Untersuchung im MRT möglich ist.

Die Untersuchung dauert zwischen 20-30 Minuten. Sie erhalten einen Gehörschutz, damit das Klopfgeräusch nicht zu unangenehm ist.

Auch in der MRT wird unter Umständen nicht-jodhaltiges Kontrastmittel in eine Vene eingespritzt. Eine allergische Reaktion hierauf kommt praktisch nicht vor. Wir benötigen allerdings auch hierbei aktuelle Laborwerte, insbesondere die Nierenfunktion betreffend.

Im Anschluss an die Untersuchung kann, wenn gewünscht, eine vorläufige Besprechung und Auswertung der Bilder mit einem der Ärzte erfolgen. Das endgültige Untersuchungsergebnis wird dem überweisenden Arzt schriftlich innerhalb von 2-3 Werktagen zugesandt.

Indikation

"Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst Du vernünftig fragen"
Johann Wolfgang von Goethe

Auf dem folgenden Link finden Sie hilfreiche Hinweise, um individuell die beste Untersuchung bildgebender Verfahren für Ihren Patienten zu finden – das richtige Diagnoseverfahren:
www.anforderungsratgeber.de

Indikationen zur Durchführung der MRT sind

  • Knochen- und Gelenkerkrankungen
  • Wirbelsäulenerkrankungen, Bandscheibenprobleme
  • Neurokranium
  • zur Diagnostik entzündliche oder tumoröse Veränderungen
  • Weichteiltumore oder Entzündungen
  • DD von Leberherden

Alle Untersuchungen, die im Tunnelsystem durchgeführt werden, können auch im Offenen System durchgeführt werden.

Zusätzlich eignet sich das offene System für spezielle Fragestellungen (s.u.). Für die Patienten ist eine spezielle Vorbereitung nicht erforderlich. Bei stark Klaustrophoben empfiehlt sich möglicherweise eine Sedierung, wenn die Untersuchung auch im offenen MRT nicht möglich ist. Es gibt viele Möglichkeiten, Patienten die Lagerung im offenen System so angenehm wie möglich zu gestalten.

Spezielle Indikation Offener MRT

  • Klaustrophobie
  • Adipositas p.m. (zugelassen bis 200 kg Körpergewicht)
  • Funktionsuntersuchung der Wirbelsäule
  • HWS, BWS: Ante- Retroflexion, Seitneigung
  • LWS: Ante-Retroflexion
  • Gelenkfunktion: Knie, Schulter, Ellenbogen
  • Geführte, standardisierte Kniebeugung
  • Handgelenk: Spezielle Handgelenkspule zur hochauflösenden Darstellung bei gleichzeitig bequemer Lagerung (weniger Artefakte)

Labor

Wir benötigen einen Hinweis zum Ausschluss einer Nierenfunktionsstörung. Dazu ist ein aktueller Kreatininwert geeignet.

Kontraindikationen

Offene und Tunnelsysteme unterscheiden sich diesbezüglich nicht voneinander: Patienten mit Herzschrittmacher dürfen nicht untersucht werden.

Es besteht Lebensgefahr für Herzschrittmacherträger!
Auch aktuelle Herzschrittmacher, die für MRT Untersuchungen geeignet sind, werden von uns nicht untersucht, da wir keinen Kardiologen vor Ort haben, der die Programmierung des Gerätes übernehmen kann.

Das Magnetfeld kann die lebensnotwendige Funktion des Herzschrittmachers stören. Andere elektronische oder metallische Implantate können in ihrer Funktion gestört werden oder sich im Magnetfeld erwärmen. Das gilt auch für Piercings und großflächige Tattoos. In der Literatur werden explizit Angaben zu medizinischen Implantaten gemacht.

Viele implantierte Metallgegenstände sind dagegen gefahrlos für die Untersuchung. Dazu gehören Zahnimplantate und Gelenkersatz. Durch metallische Fremdkörper können allerdings Bildfehler auftreten, die die Beurteilung der Organstrukturen einschränken.

Sedierung

Es besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Sedierung (Beruhigung), sollte eine Untersuchung auch am Offenen MRT nicht möglich sein.

Sprechen Sie uns darauf bitte an, wir erklären Ihnen dann das weitere Vorgehen.

Medizin mit Durchblick

Die Deutschen Fachgesellschaften für Radiologie und Nuklearmedizin haben zur Information für den interessierten Laien ein Online-Portal geschaffen, auf dem man sich über die Möglichkeiten der modernen bildgebenden Diagnostik informieren kann.

www.medizin-mit-durchblick.de
Auf dieser Seite finden Sie Literaturempfehlungen sowie Verlinkungen zu Beiträgen und weitergehenden Informationen zum Thema Offenes MRT.

Offene Magnetresonanztomografie

Magnetresonanztomographie

Klaustrophobie

Magnetresonanzbildgebung

Wie funktioniert MRI?
Eine Einführung in Physik und Funktionsweise der Magnetresonanzbildgebung von Dominik Weishaupt, Victor D. Köchli, Borut Marincek
Springer-Verlag GmbH,
ISBN: 3540279474

Erhältlich unter anderem bei folgenden Anbietern: www.amazon.de, www.buecher.de, www.libri.de

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